Pressemitteilung Corona aufarbeiten. Vertrauen zurückgewinnen.
,BSW lädt zu Film und Bürgerdialog ein
Waren, 18. August 2026
Die Corona-Jahre haben tiefe Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Politische Entscheidungen und staatliche Maßnahmen haben das Leben von Millionen Menschen massiv beeinflusst. Familien und Freundschaften wurden entzweit, Kinder und Jugendliche waren erheblichen Belastungen ausgesetzt, Selbstständige bangten um ihre Existenz und viele Menschen verloren Vertrauen in Politik und staatliche Institutionen.
Das BSW Mecklenburg-Vorpommern ist überzeugt: Diese Zeit muss umfassend, sachlich und selbstkritisch aufgearbeitet werden. Nicht, um alte Gräben erneut aufzureißen, sondern um sie endlich überwinden zu können.
Unter dem Titel
„Corona aufarbeiten. Vertrauen zurückgewinnen.“
lädt das BSW Mecklenburg-Vorpommern deshalb zu zwei öffentlichen Film- und Diskussionsveranstaltungen ein:
Freitag, 28. August 2026
Waren (Müritz)
18:00 Uhr Altes Rathaus – „Rathaussaal“
Waren (Müritz)
18:00 Uhr Altes Rathaus – „Rathaussaal“Samstag, 29. August 2026
Greifswald
18:00 Uhr – Brüggstrasse 29 – „Das Sofa“
Greifswald
18:00 Uhr – Brüggstrasse 29 – „Das Sofa“Als Gesprächsgast begrüßen wir Jens Hentschel-Thöricht, Landtagsabgeordneter des BSW in Sachsen und Mitglied des dortigen Corona- Untersuchungsausschusses. Er wird über die bisherigen Erkenntnisse der parlamentarischen Aufarbeitung berichten und darüber sprechen, welche politischen Konsequenzen daraus gezogen werden müssen.
Im Mittelpunkt des Abends steht außerdem der Dokumentarfilm „Corona – 5 Jahre Widerstand in Zittau“ von Steffen Golembiewski. In ausgewählten Sequenzen dokumentiert der Film Proteste, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Auseinandersetzungen während der Corona-Jahre.
Anschließend wollen wir miteinander ins Gespräch kommen.
Was wissen wir heute über die damaligen Entscheidungen? Welche Maßnahmen waren angemessen – und welche nicht? Wo wurden Grenzen überschritten? Welche Folgen hatten Schulschließungen, Kontaktbeschränkungen und andere Eingriffe für die Menschen? Wie wurde mit Kritik und abweichenden Positionen umgegangen? Und vor allem: Welche Lehren müssen Politik und Staat daraus für zukünftige Krisen ziehen?
Dabei sollen ausdrücklich auch die persönlichen Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger Raum bekommen.
Für das BSW Mecklenburg-Vorpommern steht fest: Eine ernsthafte Aufarbeitung darf weder der Rechtfertigung damaliger Entscheidungen dienen noch zu einer pauschalen Abrechnung werden. Sie muss offen, faktenbasiert und ohne Denkverbote stattfinden.
Peter Schabbel, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat des BSW Mecklenburg-Vorpommern, erklärt:
„Die Corona-Zeit hat unsere Gesellschaft verändert. Viele Menschen haben bis heute das Gefühl, dass ihre Erfahrungen und ihre Kritik nicht ernst genommen wurden. Andere haben Angst, dass die damaligen Konflikte erneut aufbrechen. Beides zeigt, wie notwendig eine ehrliche Aufarbeitung ist. Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass wir über Fehler schweigen. Vertrauen entsteht, wenn Politik bereit ist, Entscheidungen kritisch zu überprüfen, Verantwortung zu übernehmen und daraus zu lernen.“
Jens Hentschel-Thöricht erklärt:
„Aufarbeitung bedeutet für mich, genau hinzuschauen: Welche Entscheidungen wurden auf welcher Grundlage getroffen? Welche Alternativen gab es? Welche Warnungen wurden möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt? Und was müssen wir künftig besser machen? Der Untersuchungsausschuss in Sachsen liefert dazu wichtige Erkenntnisse. Darüber möchte ich mit den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sprechen.“
Das BSW Mecklenburg-Vorpommern will mit den Veranstaltungen zugleich ein Signal für einen anderen politischen Umgang mit der Corona-Zeit setzen: Zuhören statt ausgrenzen. Aufklären statt verdrängen. Lehren ziehen statt Verantwortung abschieben.
Denn eine demokratische Gesellschaft muss auch schwierige und schmerzhafte Entscheidungen im Nachhinein kritisch hinterfragen können.
Aufarbeitung ist kein Blick zurück um des Zurückblickens willen. Sie ist notwendig, damit verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden kann und sich Fehler in zukünftigen Krisen nicht wiederholen.
Die Veranstaltungen sind öffentlich. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, ihre Fragen, Erfahrungen und Sichtweisen in die Diskussion einzubringen.
Pressekontakt:
BSW – Bündnis Sahra Wagenknecht
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
BSW – Bündnis Sahra Wagenknecht
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern