Soziale Herkunft entscheidet schon früh über Bildungschancen: BSW fordert stärkere frühkindliche Förderung in MV
,Eine aktuelle Untersuchung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe zeigt, dass soziale Ungleichheiten im Bildungssystem bereits vor der Einschulung entstehen und sich im weiteren Bildungsweg kaum noch ausgleichen lassen. Für Mecklenburg-Vorpommern ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag.
Dazu erklärt der familienpolitische Sprecher des BSW Mecklenburg-Vorpommern, Robert Koch: „Wenn Bildungsungleichheiten schon vor der Schule entstehen, dann beginnt Bildungspolitik nicht in der fünften Klasse, sondern in der Kita. Wer
Chancengleichheit ernst meint, muss früh investieren.“ Die Studie belegt, dass Kinder aus Familien mit niedrigerem Einkommen und geringerer Bildung bereits im frühen Kindesalter geringere Kompetenzen entwickeln und später seltener höhere Schulabschlüsse erreichen. Selbst bei gleichen Leistungen erhalten sie seltener Gymnasialempfehlungen.
Nach Auffassung des BSW zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das auch Mecklenburg-Vorpommern betrifft.
„Bildungserfolg darf nicht vom Elternhaus abhängen. Trotzdem erleben wir genau das. Deshalb brauchen wir bessere Personalschlüssel in Kitas, stärkere Sprachförderung und verlässliche Unterstützungssysteme für Familien.“ Besonders im ländlich geprägten Mecklenburg-Vorpommern komme frühkindlichen Bildungsangeboten eine zentrale Rolle zu, weil hier soziale Infrastruktur häufig schwerer erreichbar sei als in Ballungsräumen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht setzt sich deshalb für einen Ausbau frühkindlicher Förderung, gezielte Unterstützung benachteiligter Familien und eine stärkere soziale Durchlässigkeit im Bildungssystem ein.
„Wer soziale Ungleichheit im Bildungssystem wirklich reduzieren will, muss früh handeln. Spätere Reparaturprogramme reichen nicht aus.“ Die Ergebnisse der Studie bestätigen nach Auffassung des BSW, dass Bildungspolitik stärker als bisher mit Familienpolitik und Sozialpolitik zusammengedacht werden muss.