BSW MV fordert Sprinter-Regionalexpress für Pendler
,Die Streichung von zwei attraktiven Frühverbindungen des ICE von Schwerin nach Hamburg durch die Deutsche Bahn (DB Fernverkehr) ab Mai 2026 sorgt für große Unruhe bei 1.400 Pendlern. Ab Mai soll der erste ICE Rostock in Richtung Westen um 7.04 Uhr verlassen. Der Zug erreicht Schwerin um 8.06 Uhr und Hamburg um 9.12 Uhr, was für Berufspendler
eindeutig zu spät ist.
Pendler müssten auf den Regionalexpress RE1 umsteigen, der jedoch knapp eine halbe Stunde länger als der ICE unterwegs und bereits jetzt stark ausgelastet ist. Rund 1.400 Menschen pendeln regelmäßig von Schwerin nach Hamburg, die nun deutlich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssten. Da der Fernverkehr seit Einrichtung des Deutschlandtickets unter starkem
wirtschaftlichem Druck steht, werden bundesweit Verbindungen in Tagesrandlagen gestrichen.
„Eine Lösung des Problems könnte die Einrichtung eines beschleunigten Regionalexpresses der Linie RE1 sein“, sagt Prof. Dr. Peter Langer, Co-Landesvorsitzender des BSW MV und außerdem ehrenamtlich engagiert als stellvertretender Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn MV.
Hintergrund: In Deutschland wird der Fernverkehr von der Deutschen Bahn vorrangig nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen angeboten. Die Landesregierung hat auf das Angebot im Fernverkehr keinen direkten Einfluss. Hingegen wird der Regionalverkehr durch die Landesregierungen bestellt.
„Wir fordern die Landesregierung auf, morgens und abends einen Sprinter-RE zu bestellen, der nur an größeren Orten hält und somit annähernd die Fahrzeiten eines ICE halten würde“, sagt Prof. Langer.
Konkret könnte das so aussehen: Rostock: Abfahrt 5.45 Uhr, Bützow, Bad Kleinen, Schwerin: Abfahrt 6.40 Uhr, Hagenow Land, Boizenburg, Hamburg Hbf: Ankunft 7.46 Uhr. Abends wird auch ab Mai ein ICE Hamburg Hbf um ca. 17 und 19 Uhr verlassen. Aber nach 20 Uhr fährt kein schneller Zug, so dass die Einrichtung eines Sprinter-REs mit Abfahrt um 20.30 Uhr in Richtung Schwerin und Rostock sinnvoll wäre.
Wichtig zu wissen: Sprinter-REs gibt es bereits: Der Franken-Thüringen-Express verbindet Erfurt mit Bamberg und Nürnberg und ist auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Erfurt und Coburg mit 190 km/h unterwegs. Ein anderes Beispiel ist der München-Nürnberg-Express, der teilweise mit 200 km/h fährt. Ein solcher Zug wäre für das Flächenland MV ein durchaus realistisches und attraktives Angebot.
Foto: Franken-Thüringen-Express in Coburg (Foto: Peter Langer)