BSW MV steht an der Seite der Pendler in Mecklenburg-Vorpommern
,Die Bevölkerung in Nordwestmecklenburg, Schwerin und Ludwigslust-Parchim ist derzeit leidgeprüft beim Thema Bahn. Während der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin verdoppeln sich Fahrzeiten für die vielen Pendler nach Hamburg.
Für große Besorgnis bei den Pendlern sorgt jetzt eine neue Hiobsbotschaft. Die Deutsche Bahn DB Fernverkehr plant, nach Ende der Sanierung zwei attraktive Frühverbindungen des ICE von Schwerin nach Hamburg zu streichen. Ab Mai soll der erste ICE Rostock in Richtung Westen um 7.04 Uhr verlassen. Der Zug erreicht Schwerin um 8.06 Uhr und Hamburg um 9.12 Uhr. „Das ist für Berufspendler eindeutig zu spät“ sagt Prof. Dr. Peter Langer, Co-Landesvorsitzender des BSW MV und außerdem ehrenamtlich engagiert als stellvertretender Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn MV.
Pendler müssten auf den Regionalexpress RE1 umsteigen. Züge dieser Linie verlassen Schwerin zwar bereits um 5.06 Uhr und 6.09 Uhr, benötigen jedoch knapp eine halbe Stunde länger als der ICE und sind bereits jetzt stark ausgelastet. Für viele Menschen bedeutet das, deutlich früher aufstehen zu müssen und längere Fahrzeiten in Kauf zu nehmen. Rund 1.400 Menschen pendeln regelmäßig von Schwerin nach Hamburg.
In Deutschland wird der Regionalverkehr durch die Landesregierungen bestellt, während die Deutsche Bahn den Fernverkehr eigenständig vorrangig nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen anbietet. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn steht unter wirtschaftlichem Druck. Insgesamt führt dies zur Streichung von Verbindungen. Das Phänomen ist bundesweit zu beobachten, auch weil der Fernverkehr seit Einrichtung des Deutschlandtickets Kunden verliert. Der Bund müsste also stärker eingreifen, um Verbindungen zu erhalten.
„Wir fordern die Landesregierung auf, sich mit Nachdruck für den Erhalt der Frühverbindungen einzusetzen“, sagt Prof. Langer. Ein interessantes Modell könnte auch die Einrichtung eines zusätzlich angebotenen beschleunigten Regionalexpresses zwischen Schwerin und Hamburg sein, der die Fahrzeit des ICE annähernd halten würde. Ein solches Modell gibt es bereits zwischen Erfurt und Nürnberg. Der Franken-Thüringen-Express ist auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Erfurt und Coburg mit 190 km/h unterwegs. Ein solcher Zug könnte von der Landesregierung bestellt werden.

Foto: ICE in Rostock auf dem Weg nach Hamburg (Foto: Peter Langer)