BSW Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Zukunftsplan Kitas und mögliches Volksbegehren für bessere Betreuungsschlüssel
,Das BSW Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den Zukunftsplan Kitas des landesweiten Bündnisses aus Elternvertretungen, Gewerkschaften und Kita-Trägern. Aus Sicht des BSW Mecklenburg-Vorpommern greifen die Vorschläge des Bündnisses ein zentrales Qualitätsproblem der frühkindlichen Bildung im Land auf. Gerade im Krippenbereich sind stabile Beziehungen zwischen Fachkräften und Kindern eine zentrale Voraussetzung für gelingende Entwicklung.
Der familienpolitische Sprecher des BSW Mecklenburg-Vorpommern, Robert
Koch, erklärt dazu: „Gerade Kinder im Krippenbereich brauchen zugewandten Kontakt vom pädagogischen Fachpersonal. Kinder brauchen in diesen ersten Lebensjahren stabile emotional tragbare Beziehungen, um im späteren Leben Resilienz zu entwickeln. Das gilt umso mehr in einer Zeit, in der Kinder immer früher in digitalen Lebenswelten unterwegs sind.“
Nach Auffassung des BSW Mecklenburg-Vorpommern reichen die bestehenden Personalschlüssel nicht aus, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Auch gut qualifizierte Fachkräfte könnten unter den aktuellen Bedingungen ihr professionelles Potenzial nur eingeschränkt entfalten.
„Selbst bei hoher fachlicher Qualifikation kann eine einzelne Fachkraft bei einem Betreuungsschlüssel von eins zu sechs im Krippenbereich die notwendige individuelle Interaktion mit den Kindern nicht gewährleisten. Gute frühkindliche Bildung braucht Zeit, Beziehung und Verlässlichkeit.“
Die bildungswissenschaftliche Fachlage benennt seit Jahren klare Orientierungsgrößen für entwicklungsförderliche Rahmenbedingungen. Drei Kinder pro Fachkraft in der Krippe, acht Kinder im Kindergarten und zwölf Kinder im Hort gelten als fachlich begründete Zielwerte, an denen sich Landespolitik orientieren sollte. Zugleich wird der Zukunftsplan als realistische Antwort auf die demografische Entwicklung im Land bewertet. Sinkende Kinderzahlen eröffnen die Möglichkeit, Qualität zu verbessern, ohne Fachkräfte aus dem System zu verlieren.
Dazu erklärt Robert Koch: „Sinkende Kinderzahlen dürfen nicht zu einem Abbau pädagogischer Qualität führen. Wenn Stellen wegfallen, verlieren wir Fachkräfte, die wir später dringend brauchen. Der Zukunftsplan zeigt einen Weg, diese Ressourcen im System zu halten und gleichzeitig die Betreuung zu verbessern.“
Sollte die Landesregierung die Vorschläge des Bündnisses nicht in die Reform des Kindertagesförderungsgesetzes aufnehmen, bereiten Elternvertretungen, Gewerkschaften und Träger ein Volksbegehren vor. Das BSW Mecklenburg-Vorpommern kündigt an, diesen Prozess aktiv zu unterstützen. „Dass ein so breites Bündnis aus Elternvertretungen, Beschäftigten und Trägern diesen Weg vorbereitet, zeigt die Dringlichkeit der Situation. Wir werden ein Volksbegehren tatkräftig unterstützen. Dazu gehört ausdrücklich auch das Sammeln von Unterschriften im ganzen Land. Gute frühkindliche Bildung ist eine zentrale Zukunftsfrage unseres Landes.“