Kriegstüchtigkeit im Klassenzimmer

Die fortschreitende Militarisierung zieht weiter ihre Kreise, auch in den Schulen bei oftmals minderjährigen Kindern und Jugendlichen.

Drei sogenannte Jugendoffiziere werden in den Sozialkundeunterricht eingeladen, „um über Demokratie, Terrorismus und Kriegsgefahr zu informieren“.

Was für eine Heuchelei, ja fast zynisch klingt dann der Satz „Ich bin nicht hier, um euch für die Bundeswehr zu begeistern“ von einem Jugendoffizier aus Altentreptow. 60 bis 80 Schulveranstaltungen pro Jahr in Uniform sprechen eine deutliche Sprache.

Das BSW fordert:
• Werbung für Waffen und für die Bundeswehr bei Minderjährigen sollte gestoppt werden,
• Schulunterricht frei von militärischer Werbung
• Schulen als Orte kritischer und pluralistischer Bildung geschützt werden — mit gleicher Aufmerksamkeit für zivile Alternativen und politische Bildung ohne Militarisierung

Das BSW in MV fordert die Bildungsministerin Oldenburg (Linke) auf, dieser Entwicklung entschieden Einhalt zu gebieten.

Die Kinder und Jugendlichen in MV haben ein Recht auf Bildung ohne militärische Einflussnahme, Werbeaktivitäten u.Ä.

Schwerin, 23. Mai 2025 – Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erklärt sich solidarisch mit dem Bildungsprotest des Landesschülerrats Mecklenburg-Vorpommern am 26. Mai, 11 Uhr, auf dem Marktplatz in Schwerin.

Wenn junge Menschen sich Gehör verschaffen und Missstände benennen, ist das ein wichtiges demokratisches Signal. Sie fordern zu Recht mehr Unterstützung, bessere Lernbedingungen und ein Bildungssystem, das ihnen wirklich gerecht wird.
Das BSW begrüßt, dass junge Menschen für ihre Zukunft auf die Straße gehen – verantwortungsbewusst, friedlich und mit einer ordnungsgemäßen, rechtskonformen Freistellung vom Unterricht. Das ist gelebte Demokratie.

„Wir nehmen die Sorgen der Schüler ernst. Sie erleben jeden Tag, was jahrelange Symbolpolitik und ständig wechselnde Bildungskonzepte in der Praxis anrichten – überfüllte Klassen, überforderte Lehrer und ein System, das oft mehr pädagogisches Wunschdenken als echte Hilfe bietet,“ erklärt Melanie Dango, Landesvorsitzende des BSW Mecklenburg-Vorpommern.

Gemeinsam stark für bessere Schulen

Das BSW teilt viele der Anliegen des Landesschülerrats:
Wir fordern mehr Schulsozialarbeit und psychologische Begleitung und haben gerade Wege entsprechender Anfragen an das Land aus dem Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte geebnet– nicht als Nebensache, sondern als Teil guter Schule.
Wir unterstützen kostenfreie Schulverpflegung – kein Kind sollte hungrig lernen müssen.
Wir wollen, dass Ganztagsschulen flächendeckend und sinnvoll ausgebaut werden – nicht als Aufbewahrungsort, sondern als Bildungsort.

Was wir anders sehen

Wir glauben: Gute Bildung braucht klare Strukturen, Verlässlichkeit und ein gesundes Leistungsverständnis. Kinder wollen wachsen – aber sie brauchen dafür auch Orientierung und klare Erwartungen.

Deshalb stehen wir:

Für ein strukturiertes und gegliedertes Schulsystem, das individuelle Stärken fördert.
Für einen bewussten Einsatz digitaler Medien – vor allem in der Grundschule brauchen Kinder erst einmal Ruhe, Konzentration und ein gutes Fundament.
„Bildungspolitik darf nicht länger ein Experimentierfeld für alle fünf Jahre wechselnde politische Selbstverwirklichung sein. Die Ergebnisse sprechen für sich – und die Schülerinnen und Schüler zahlen den Preis,“ so Dango weiter.

Jetzt ist es an der Politik, nicht weiter zu beschwichtigen, sondern endlich zu handeln. Das BSW steht dafür:

Bildung schafft Wandel!

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