Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Neubrandenburg- Friedland (Meckl.)

Der öffentliche Personenverkehr spielt im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern eine zentrale Rolle für die Daseinsfürsorge. Menschen in ländlichen Räumen benötigen Verkehrsmittel, um zum Arzt, zur Schule oder zur Ausbildung zu kommen, um einzukaufen und auch zur kulturellen Teilhabe.

Seit den 1990er Jahren befindet sich insbesondere der schienengebundene Personennahverkehr (SPNV) massiv auf dem Rückzug. Aus Kostengründen wurden viele Bahnstrecken stillgelegt.

Ein Beispiel ist die 26 km lange Bahnstrecke Neubrandenburg - Friedland (Meckl), auf der vor mehr als 30 Jahren, im Jahr 1994, der Personenverkehr aufgegeben worden war. Seither besteht ein Güterverkehr, hauptsächlich für Düngemittel, der in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll. Hierfür soll die derzeit marode Strecke für 9 Millionen Euro aufgearbeitet werden, so dass eine Geschwindigkeit von 70 km/h möglich sein wird. Die Stadt Neubrandenburg hat hierfür, mit Unterstützung der dortigen Fraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), eine Bürgschaft von 1.5 Millionen Euro zugesagt.

Der Fahrgastverband PRO BAHN, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V., hat am 12.7.2025 eine Sonderfahrt durchgeführt, die mit über 100 Anmeldungen, trotz des schlechten Wetters, ausgebucht war. An der Organisation der Fahrt beteiligt und vor Ort dabei war der stellvertretende Vorsitzende von ProBahn MV, Prof. Dr. Peter Langer, der beruflich als Lehrstuhlleiter für Organische Chemie an der Universität Rostock in Forschung und Lehre tätig ist und zum erweiterten Vorstand des Landesverbandes des BSW MV gehört.

In Friedland war für das leibliche Wohl gesorgt und das Museum der ehemaligen Mecklenburg Pommerschen Schmalspurbahn war extra geöffnet worden. In zahlreichen Grußworten, so auch von der Stadt Friedland, würde auf die Bedeutung der Bahnstrecke hingewiesen.

Die Fahrt wurde mit einem ehemaligen Schienenbus der Baureihe 172 der Deutschen Reichsbahn durchgeführt. Diese Fahrzeuge in typisch roter Farbe, die 1962-1969 in großer Stückzahl gebaut wurden und die Spitznamen „Ferkeltaxe“ und „Blutblase“ trugen, waren früher in der gesamten ehemaligen DDR anzutreffen. Der letzte planmäßige Einsatz in Deutschland erfolgte im Jahr 2004 im Raum Stendal.

„Die Reaktivierung von Bahnstrecken im ländlichen Raum, die Verbesserung von Angebot und Infrastruktur der Bahn und der Ausbau des Bus- und Rufbus-Angebotes in MV ist von großer Bedeutung „ sagt Prof. Langer. „Wir als BSW MV unterstützen die Pläne zum Ausbau und zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke nach Friedland“.

Ein Beitrag vom Landesvorstand und Prof. Dr. Peter Langer

Saisonverkehr der Mecklenburger Südbahn 2025 gesichert

Der Saisonverkehr auf der Mecklenburger Südbahn ist auch im kommenden Jahr gesichert. Das teilt Professor Dr. Peter Langer vom Fahrgastverband Pro Bahn in Mecklenburg-Vorpommern mit. Die Verbindung wird von Mai bis September an den Wochenenden angeboten.

„Der Saisonverkehr ist ein erster Schritt zur Einrichtung eines regelmäßigen Schienenverkehrs auf der wichtigen West-Ost-Verbindung in Mecklenburg-Vorpommern, sagt Dr. Langer. Er sei die Strecke von Parchim über Karow, Plau und Malchow nach Waren in diesem Jahr mehrfach gefahren, berichtet Langer, der dem Landesvorstand der Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) angehört und auf der Landesliste für den Bundestag kandidiert.

„Die Reaktivierung von Bahnstrecken im ländlichen Raum ist wichtig“, so der BSW-Pressesprecher, „dafür setzen wir uns ein“. „Das Karower Kreuz war früher einer der größten Nebenbahnknotenpunkte in Deutschland und konnte aus fünf Richtungen angefahren werden“, sagt Professor Langer. In der Tat gingen von Karow Strecken nach Parchim, Waren, Pritzwalk, Güstrow und Wismar aus. Heute sind die einst umfangreichen, denkmalgeschützten Gleisanlagen und Bahnhofsbauten weitgehend verwaist und werden nur im Sommer an den Wochenenden im touristischen Saisonverkehr bedient. ProBahn MV hat das Ziel, die Bahnstrecken im regulären Verkehr wieder zu beleben.

Für das Bündnis Sahra Wagenknecht sei das ein Stück Daseinsvorsorge, damit Schüler, ältere und wirtschaftlich schwache Menschen auf dem Land nicht abgehängt würden, aber auch ein wichtiger umweltpolitischer Schritt. Langer fasst zusammen: „Machen wir Ernst mit der Klimawende.“

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